Interview: Norman Horch, ExpertiKo

von Karsten Windfelder

Norman Horch

Norman Horch, ExpertiKo: “Die Netzwerke haben große Angst, dass ihnen die Top-Affiliates entzogen werden, durch mögliche direkte Deals mit den Merchants.”

Im Februar 2008 gründete der heutige Geschäftsführer Norman Horch die ExpertiKo GmbH und startete durch. Zuvor war er mehrere Jahre bei einer großen Münchener Agentur im Affiliate-Bereich beschäftigt.
Norman Horch berichtet im Interview mit 100partnerprogramme.de über seinen Einstieg ins Affiliate-Marketing und was seine eigene Agentur zu bieten hat.

100partnerprogramme.de: Viele Arbeitnehmer scheuen sich vor der Selbstständigkeit. Was hat Sie dazu veranlasst, Ihre eigene Firma zu gründen?

Norman Horch: Ich würde gerne Ihre Frage zweiteilen.

Zum ersten Teil der Frage kann ich nur sagen:
Zu keiner Zeit war es so einfach und so günstig, ein zweites Standbein oder eine Selbstständigkeit aufzubauen wie heute im Internet-Zeitalter.

Zum zwei Teil Ihrer Frage:
Es gab etliche Gründe warum ich mich für die Selbstständigkeit entschieden habe. Der Hauptgrund ist eigentlich simpel, ich wollte einfach mehr Geld verdienen. Dies ist mir auch bis dato gut gelungen. :-)

100partnerprogramme.de: Welches sind Ihre Zielgruppen und welche Dienstleistungen bietet Ihre Firma an?

Norman Horch: Unsere Zielgruppen sind StartUps, junge und mittelständische Unternehmen auf der einen Seite und Webmaster, Webseitenbetreiber und Affiliates auf der anderen Seite, die Ihre Online-Marketing Aktivitäten auf- und ausbauen wollen.
Unsere Dienstleistungen umfassen nur die Bereiche des Online-Marketings die bei unseren Partnern zur signifikanten Performance-Steigerung führen.

100partnerprogramme.de: Auf dem Markt sind bereits einige Agenturen vertreten. Wie hebt sich die ExpertiKo GmbH gegenüber Mitbewerbern ab?

Norman Horch: Bei uns stehen die kompetente Beratung und das intensive Coaching an oberster Stelle, denn wir sind der Meinung, dass unsere Partner zuerst verstehen sollten welche grundlegenden Gesetzmäßigkeiten und Prozessabläufe hinter den einzelnen Marketingmaßnahmen stehen. So lernen unsere Partner auf dem Weg zum erfolgreichen Performance-Marketing, die möglichen Chancen und Risiken besser einzuschätzen.

100partnerprogramme.de: Auf einem Affiliate-Event in 2007 sprachen Sie davon, dass Sie nach USA reisen werden um sich das Affiliate-Geschehen vor Ort genau anzusehen. Haben Sie dieses Vorhaben umgesetzt und wenn ja, was waren Ihre wichtigsten Erkenntnisse?

Norman Horch: Ich war in Tampa, Florida – dort haben sich wie in München eine Vielzahl von Agenturen und Netzwerke niedergelassen. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass das Online-Marketing nur ein Stück des Marketingkuchens in den USA / Florida ist. So eine scharfe Abgrenzung wie in Deutschland konnte ich dort nicht vorfinden. Auch das Affiliate-Marketing hat dort nicht den Stellenwert wie bei uns. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass dort das Multi-Level-Marketing (MLM) weiter verbreitet ist und den potentiellen Partner oftmals höhere Provisionen erwarten, als im Affiliate-Marketing.

100partnerprogramme.de: Inwieweit können Sie dieses Wissen für den deutschen Markt und auch für Ihre Beratungstätigkeit nutzen?

Norman Horch: Das ist wohl die Königsfrage. Die nächsten fünf Jahre werden einige Veränderungen im Bereich Online-Marketing mit sich bringen. Die ersten Ausläufer haben uns schon in Form der Begriffs Veränderung von Online- auf Digitales-Marketing erreicht und das lässt schon erahnen was auf uns zukommen wird.

100partnerprogramme.de: Wie schätzen Sie die zukünftige Entwicklung des Affiliate-Marketings in Deutschland ein?

Norman Horch: Auch hier wird einiges in Bewegung geraten und das wird voraussichtlich die Netzwerke und Agenturen treffen. Wenn man sich die neuen AGBs von den Netzwerken anschaut, dann merkt man schnell wohin die Reise gehen wird. Die Netzwerke haben große Angst, dass ihnen die Top-Affiliates entzogen werden, durch mögliche direkte Deals mit den Merchants. Dies kann auch bei den Agenturen zu Umsatzeinbußen führen, sofern sie sich nur auf Affiliate-Marketing stützen.

Mein Wunsch und Hoffnung ist es, dass es zu spezialisierten Branchen-Netzwerken kommt. Dies würde die Qualität der Affiliates in den Netzwerken stark verbessern. Derzeit ist es so, dass noch nicht einmal 5 % der Affiliates in einem Partnerprogramm 90 % des Umsatzes generieren. Dies zeigt auch gleich die Dringlichkeit der AGB-Anpassung bei den Netzwerken.

Allgemein sehe ich das Affiliate-Marketing als Marktplatz mit Zukunft. Unsere Hauptaufgabe wird es in den kommenden Jahren sein, den schwarzen Schafen in dem Bereich das Leben so schwer wie möglich zu machen. Der erste Ansatz dafür bildet der Code of Conduct des Arbeitskreises Affiliate Marketing im BVDW, den wir mitgestaltet haben und als einer der ersten auch ratifizierten. Nur durch die Einführung von Qualitätsstandards wird es möglich sein, dem Affiliate-Marketing eine langfristige und dauerhafte Positionierung als seriöses und glaubwürdiges Marketing Instrument zu ermöglichen.

100partnerprogramme.de: Berichten Sie kurz über Ihren Weg zum Online- und Affiliate-Marketing. Was fasziniert Sie an dieser Branche?

Norman Horch: Ja, eine lustige Geschichte, aber ich mache es kurz. Praktikantenstelle für Webseiten Erstellung gesucht. Nur eine Firma anrufen, dafür eine Woche lang täglich ein- bis zweimal. Freitag Chef endlich erreicht. Montag drauf Vorstellungsgespräch, Montag darauf angefangen. Hochgearbeitet bis zum Affiliate-Manager.

Was mich am meisten fasziniert ist, dass man nur mit Nullen und Einsen in einem Datenkabel, aber so was von richtig Geldverdienen kann.

100partnerprogramme.de: In Ihrem Kurzlebenslauf auf Affiliate-People.de schreiben Sie: „Bis vor 2003 habe ich nicht gelebt. Seitdem weiß ich wo das Geld ist.“ Was genau verbirgt sich hinter diesem interessanten Statement?

Norman Horch: (lacht) Ich habe mich schon gefragt, wann mich jemand darauf anspricht. Im August 2003 bin ich das erste Mal auf den Begriff Online-Marketing gestoßen, im Rahmen des besagten Praktikums. Während der Jahre zuvor, habe ich das Internet Dank dem Provider aus den USA (der mit den drei Buchstaben) nur zum chatten und spielen verwendet. Ich ahnte bis dahin nicht, was für eine Goldgrube das Internet ist.

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