Interview: Affiliate-Netzwerke und Adware – affilinet

Alexander Röthinger, Geschäftsführer affilinet GmbH
Die Affiliate-Netzwerke vermitteln Geschäfte zwischen Merchants und Affiliates und tragen somit eine große Verantwortung für beide Seiten. In dieser Interview-Reihe wird den Partnerprogrammnetzwerken auf den Zahn gefühlt, was das Zulassen von Affiliates betrifft, die Adware einsetzen.
Mehr zur AdWare-Problematik in den News, im Blog und im Forum.
Interview mit Alexander Röthinger, Geschäftsführer affilinet GmbH:
Karsten Windfelder: Arbeitet affilinet mit Affiliates wie 180 solutions zusammen?
Alexander Röthinger: affilinet arbeitet unter dem Motto „gemeinsam zum Erfolg“ mit seinen Publishern und Advertisern zusammen und setzt dabei konsequent auf Partnerschaft, Transparenz und Fairness. Wir arbeiten daher grundsätzlich nicht mit derartigen Publishern zusammen und distanzieren uns von den verwendeten Praktiken dieser Unternehmen. In der Vergangenheit hat affilinet mit 180solutions zusammen gearbeitet. Die Zusammenarbeit mit 180solutions wurde Mitte 2004 durch affilinet beendet, da wir mit der Vorgehensweise, mit der das Unternehmen Umsätze erzielt hat, nicht einverstanden waren und sind.
Karsten Windfelder: Was tut affilinet zum Schutz der Publisher (= Affiliates)?
Alexander Röthinger: affilinet beschäftigt ein eigenes Qualitätssicherungsteam. Dieses Team überprüft manuell die Entwicklung der Umsätze, das Clickaufkommen, das Verhältnis von Views zu Clicks und die Praktiken der Publisher. So wird von diesem Team beispielsweise Software, die über einen Link herunter geladen werden kann, selbst down geloaded und auf Ad- bzw. Spyware überprüft. Liegen Verdachtsmomente vor, wird der Publisher von affilinet kontaktiert und um eine Stellungsnahme gebeten. Im Fall eines nachhaltigen und begründeten Vergehens, wird der Publisher direkt vom Netzwerk ausgeschlossen. Dies haben wir auch so in unseren AGBs verankert.
Karsten Windfelder: Welche Maßnahmen haben Sie zum Schutz Ihrer Advertiser (= Merchants) ergriffen?
Alexander Röthinger: Unser Qualitätsteam schützt natürlich auch die Interessen unserer Advertiser. Zusätzlich bieten wir dem Advertiser eine Reihe an Features und Tools zur Kontrolle seiner Publisher, wie zum Beispiel detaillierter Statistiken. Zusätzlich nutzt affilinet eine Reihe von Click-Filtern, die die Qualität des Traffics automatisch regeln und auf Unregelmäßigkeiten hinweisen. Darüber hinaus haben die Advertiser die Möglichkeit, die Publisher über die Warteliste selbst zu überprüfen und gezielt freizuschalten. Jeder Advertiser, der selbst Auflagen gegen Ad-/Spyware für sein individuelles Programm festlegen will, kann zusätzlich Advertiser-spezifische AGBs einstellen, die jeder Publisher vor der Bewerbung akzeptieren muss. Im Falle der Zuwiderhandlung kommen Provisionen nicht zur Auszahlung.
Karsten Windfelder: Über die AGB regeln Netzwerke, dass Affiliates in betrügerischer Absicht erhaltene Provisionen zurückzahlen müssen bzw. diese einbehalten werden. Wie schützen Sie sich im Rahmen Ihrer AGB und wie konsequent wehren Sie sich gegen Verstöße gegen die AGB?
Alexander Röthinger: Durch die affilinet AGBs ist der Ausschluß von Ad-/Spyware Publishern rechtlich begründet. So wurde beispielsweise detailliert festgelegt, welche Anforderungen wir an einen gültigen Click, einen Hyperlink und an die Website des Publishers stellen. Außerdem ist in unseren AGBs geregelt, dass automatisch erzeugte Clicks nicht vergütet werden.
Zusätzlich sind in den AGBs die Pflichten des Publishers geregelt. Hier wird unter anderem spezifiziert, dass die Werbemittel nicht verändert werden dürfen und die Website so erstellt sein muss, dass nur gültige Clicks, Leads oder Sales erzeugt werden.
Stellen wir einen Verstoß gegen unsere AGBs fest oder werden darüber informiert, ergreifen wir umgehende Maßnahmen.
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21. Juni 200613:10
Adware, Allgemein, Interview mit Affiliate-Netzwerk
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